Seid ihr gut angekommen?

„Seid ihr schon angekommen?“

Keine Frage hört man wohl häufiger, wenn man umgezogen ist, aber es ist eine dieser Fragen, die so schwer zu beantworten sind. Was genau meint der*die Fragende eigentlich? Was will er*sie wissen?

Nach nun etwas mehr als drei Monaten taucht diese Frage noch immer auf. Und wie ist die Antwort? Ehrlich müsste sie lauten: „Ich habe überhaupt keine Ahnung.“ Es gibt noch immer Umzugskartons, die nicht ausgepackt wurden (und jede*r, der*die schon einmal umgezogen ist, wird bestätigen, dass es diese Kisten auch noch nach mehreren Jahren geben kann). Ich weiß, wo ich hier einkaufen kann und was ich dort alles nicht finden werde (kurze Antwort: kein frisches Bio-Gemüse und auch sonst keine der exotischeren Zutaten für die Gerichte von Ottolenghi), vermisse aber DM und unsere geliebte BioCompany aus der Hauptstraße in Berlin-Schöneberg. Kontakte zu Menschen, die hier leben, gibt es bislang, außerhalb von den Gemeindegliedern mit denen meine Frau zu tun hat, kaum bis gar nicht. Aber da warte ich auch einfach ab. Sobald es wärmer wird, verbringen wir mehr Zeit draußen und lernen dann bestimmt auch Menschen kennen. Aber: mit dem Diakon der Gemeinde bin ich schon per du!
Aber angekommen? Ich kenne den Weg zum Bahnhof und die Abfahrtszeiten unserer Zugverbindung nach Berlin (fast wollte ich schreiben „nach Hause“), zum Schwimmbad und einigen sehenswerten Gebäuden und Orten. Auch die ideale Laufstrecke (abgesehen vom fiesen Seitenwind, den ich zum Glück nicht immer habe) konnte ich finden.
Ich habe einen Überblick über unseren Garten (in dem gerade alles blüht!) gewinnen können, wurde eingeweiht in die vielfältigen Blumen, Nutzpflanzen und Obststräucher und auch der Kompost und die Wassertonne stehen. Die Umwandlung von Rasenfläche in ein Gemüsebeet ist hingegen noch in Arbeit. Dazu komme ich immer nur sporadisch.

Und die Kinder? Ich würde sagen, dass sie aufblühen. Großkind ist die meiste Zeit so zufrieden, entspannt und glücklich wie noch nie. Die klettert auf den Apfelbaum im Garten, spielt mit ihren Puppen und streitet sich mit ihrer kleinen Schwester. Und eben diese kleine Schwester ist hier zu einem kleinen Energie- und Wutzwerg geworden. Mit den beiden die Gottesdienste zu besuchen ist immer ein großes Ereignis. Aber von mal zu mal geht es besser. Am letzten Sonntag musste ich nur zwei mal mit dem Baby den Gottesdienst verlassen, konnte aber immer wieder zurück kehren. Wir machen uns und kommen, was Gottesdienste angeht, immer mehr hier an.

Und trotz alledem bleibt die Frage, die so oft gestellt wird, für mich unbeantwortet. Sind wir gut angekommen? Bin ich gut angekommen? Keine Ahnung.

Vermissen wir Berlin? Oh ja!

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