Erfahrungen eines gepiercten, rothaarigen Vaters mit der VBB-App

Im Oktober war ich mit den beiden Kindern sehr viel in Brandenburg unterwegs, da meine Frau ein vierwöchiges Seminar auf dem Lande hatte und wir wie immer mitfuhren. Da unsere Kinder nicht gerne Auto fahren, war ich mit den beiden und dem Buggy immer viel mit den Bussen vor Ort unterwegs. Für vier Wochen haben wir für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Vor allem bei den Mitarbeiter*innen des Verkehrsunternehmens, denn nicht nur stieg ein rothaariger, gepiercter und bärtiger Mann in den Bus, sondern er hatte noch zwei Kinder dabei. Das krasseste war aber vermutlich sogar etwas gänzlich anderes: er bezahlte sein Ticket nie bar, sondern Streckte einem immer sein Smartphone mit einem, angeblich gekauftem, Ticket entgegen.

Ich habe die offizielle App des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) genutzt und empfand es als Katastrophe. Nicht nur strotzte die App vor Fehlern. Nicht immer funktionierte sie so, wie sie sollte. Mehrere Male konnte ich sogar meine gekauften Tickets nicht aufrufen. Aber vor allem waren die Busfahrer*innen und einmal auch ein Zugbegleiterin sehr überfordert. Bei letzterer verweigerte die Technik eine Kontrolle, bei den Busfahrer*innen hingegen war es gänzlich anders gelagert. Keine*r hatte jemals zuvor diese App gesehen. Keine*r wusste, worauf er*sie achten musste und woran erkennbar war, ob das Ticket gültig ist oder nicht. Schnell winkte man mich dann immer durch, nachdem sie zuvor immer extra lange auf mich warten mussten, bis ich den Buggy und die beiden Kinder im Bus platziert hatte. (bei einem Bus musste sogar eine Sitzreihe, auf dem natürlich jemand saß, umgeklappt werden um Platz für den Buggy zu schaffen) Alle waren genervt. Auch ich.

Ich mag es eigentlich, wenn man mit dem ÖPNV fast überall hin kommt, auch auf dem Lande. Aber mal wieder wurde mir klar, wie wenig digitalisiert sich das Leben dort abspielt. Wie wenig die Mitarbeiter*innen aber wohl auch für die neuen Methoden des Ticketkaufs geschult werden, aber wie selten es wohl auch einfach vorkommt, dass jemand auf diesem Wege ein Ticket erwirbt. Mit unseren Ausgaben von über 100€ über diese App, war das bestimmt ein Rekordmonat an Einnahmen über die App für den VBB.

Da wir ab Januar in Brandenburg wohnen, bin ich gespannt, wie sich die App, aber auch die Gewöhnung der Mitarbeiter*innen daran entwickeln wird.

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