Die erste Woche im neuen Leben

Liebes Tagebuch,

mehr als eine Woche ist seit unserem Umzug vergangen. Die letzten Wochen in 2015 waren sehr anstrengend. Die zwei Kinder koordinieren, zuhause ausmisten, zum Müllhof fahren und dann natürlich noch Kisten packen und nebenbei musste die Frau noch irgendwie ihre Weihnachtsgottesdienste vorbereiten. Die Nächte waren kurz, da man oftmals erst richtig packen konnte, als die Kinder schliefen. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich mich einfach nur noch komplett erschöpft fühlte. Direkt nach dem Aufwachen war ich schon erschöpft und so ging es dann den kompletten Tag bis zum Schlafen gehen. Zum Glück wurde uns viel von Freund*innen geholfen. Wir hatten einige sehr emsige Bienchen um uns herum und auch die Oma (meine Schwiegermama) musste mehr als einmal die Kinder stundenlang betreuen.

Aber: all unser Hab und Gut hat den Weg ins neue Heim geschafft. Wir sind im Pfarrhaus angekommen. Das Internet lief bereits nach knapp 2h, da der Telekomtechniker zum Termin erschien! Die erste Woche hatten wir auch da große Unterstützung von der Oma und dem Lebensgefährten der Oma, der all unsere Billy-Regale an den Wänden befestigt hat. Was meine Frau und ich noch immer kaum glauben können: wie viele Dinge wir doch auf den vorherigen 67qm untergebracht haben. Jetzt wohnen wir auf ca. 220qm und ich kann nicht behaupten, dass die Räume zu leer sind. Wir haben in den vielen Jahren in der alten Wohnung doch so einiges angesammelt…

Unsere ersten Tage waren auch sonst sehr spannend. Der Hausmeister der Gemeinde, den ich bereits im Vorfeld zum Teil sehr schätzen gelernt habe, hat sich als wahre eierlegende Wollmilchsau entpuppt. Er kann vieles (auch spontan zur Gitarre im Gottesdienst greifen), er kennt viele und er ist verdammt nett. Auch die Menschen, die wir beim ersten Gottesdienst kennenlernen durften waren größtenteils sehr freundlich und nett und haben immer wieder betont, wie schön sie es doch finden, dass meine Frau (und wir) uns für diese Pfarrstelle entschieden haben. Mit so manch anderen Leuten müssen wir wohl noch ein wenig wärmer werden. Und 1-2 könnten mögliche Energiezieher*innen sein. Aber wir warten es ab. Auch fühlt es sich komisch an das Gefühl zu haben von all den Leuten begutachtet (und bewertet?) zu werden. Spontane Besuche von Leuten aus der Gemeinde oder dem Begrüßungskomitee von anderen kirchlichen Gruppen führen dazu, dass wir direkt nach dem Aufstehen schon in unsere Alltagskleidung schlüpfen um nicht im Schlafanzug die Tür aufzumachen. Wir setzen uns da bestimmt auch selber ein wenig unter Druck, aber es fühlt sich schon so an, als wäre man im Gewissen Maße jetzt mehr ein Bestandteil des öffentlichen Lebens. Hoffentlich entspannen wir uns da in den nächsten Wochen noch ein wenig und hoffentlich nehmen die spontanen Besuche ein wenig ab. Mit manchen Menschen standen wir die letzte Woche doch schon so einige Zeit im kalten Hausflur, denn hereinbitten wollte man sie dann auch noch nicht in das Chaos.

Unseren beiden Kindern geht es im großen Haus aber sehr gut. Vor allem die Große genießt den vielen Platz sehr und ist tierisch glücklich. Unserem Baby hat man angemerkt, dass sie die Veränderung in den ersten Tagen zu schaffen machte. Sie tobte zwar auch wie wild rum, war aber auch sehr schnell total überdreht und sehr launisch bis nölig. Nach ein paar Tagen hatte es sich aber gegeben.

Um zu den praktischen Aufgaben zu kommen, die bei uns anstehen: wir müssen uns und das Auto ummelden und weiter Kisten auspacken. Außerdem warten wir noch auf das Kastenfahrrad, dass beim letzten Mal nicht mehr in den LKW der Umzugsfirma gepasst hat. Dabei könnten wir es vor Ort beim Einkaufen sehr gebrauchen, denn die größeren Supermärkte, die immerhin ein paar Bio-Produkte im Angebot haben, sind zu fuß mehr als 30 Minuten entfernt. Mit zwei Kindern sind es dann schon mindestens 60 Minuten Fußweg. Im Stadtzentrum gibt es nur einen Netto mit beschränktem Angebot und ein sehr kleines, aber feines Reformhaus. Eine Bio-Kiste können wir ab nächster Woche auch endlich bestellen, so dass wir vielleicht ein wenig unabhängiger von den Kauflands und Edekas dieser Welt werden.

Zum Abschluss noch ein Foto von unserer neuen Heimat bei Nebel.

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