Rettet endlich die Hebammen, verdammt!

Durch einen Tipp von Hannah*Rosenblatt bei Twitter habe ich mir die Dokumentation Anjas letzte Geburt in der ARD-Mediathek angeschaut und bin noch immer stinkwütend. Aber nicht über die Filmemacher*innen, sondern die Politik.

Die Dokumentation begleitet die Hebamme Anja über 1 Jahr hinweg bei ihrer Arbeit und immer mit dem Blick auf das Ende ihrer Arbeitszeit zum 31.12.2014, weil sie nicht mehr weiß, wie sie die steigenden Beiträge für die Haftpflichtversicherung bezahlen soll.

Gut zu sehen ist die Bedeutung des Berufes Hebamme. Viele werdenden Eltern sind glücklich eine Hebamme an ihrer Seite zu haben, die sie mit allerlei Fragen löchern können. Auch wir waren froh bei der Schwangerschaft unserer beiden Kinder so wundervoll betreut worden zu sein. Auch wenn sich unsere Frauenärztin viel Zeit nimmt, so ist es mit einer Hebammenbetreuung noch immer bei weitem nicht zu vergleichen.

Das staatlicherseits nicht schon lange etwas geschehen ist um die freiberuflichen Hebammen beim Thema Haftpflichtversicherung zu unterstützen ist einfach ungeheuerlich. Nicht nur drängt man damit freiberufliche Hebammen die Hausgeburten betreuen aus dem Job, sondern auch einige, die schon bislang nur noch für die Vor- und Nachsorge da waren, geben auf.

Es ist einfach zum Haare ausraufen! Dieser Beruf ist so wichtig und konsequent werden den Hebammen Stöcker zwischen die Beine geworfen. Am letzten Freitag wurde auch bekannt, dass die Krankenkassen den Schwangeren die Möglichkeit ihre Kinder zuhause unter Betreuung einer Hebamme zur Welt zu bringen erschweren wollen. Sie wollen die Kosten für die Betreuung einfach nicht mehr bezahlen, sobald einige Ausschlusskriterien, die vom Hebammenverband als wissenschaftlich nicht belegt bezeichnet werden, erfüllt sind. Ein Ausschlusskriterium ist schon das Überschreiten des errechneten Geburtstermins! Damit würde jeder zweiten Schwangeren sofort die Möglichkeit entzogen werden zuhause zu entbinden.

Mich macht das alles so fassungslos und ich gebe langsam die Hoffnung auf, dass sich beim Thema Haftpflicht für Hebammen noch etwas ändert.

Wir alle sollten die Hebammen trotzdem unterstützen! Und jede Stimme ist wichtig! Mehr Informationen dazu unter „Unsere Hebammen“.

 

  1. Vielen dank für diesen Aufruf!
    Ich bin selber Hebamme und daher quasi mittendrin….
    Leider befürchte ich, dass uns keiner wirklich retten wird bzw das will.
    Wir sind, als relativ kleine Berufsgruppe, nur die spitze des Eisbergs. Der Eisberg ist ein völlig marodes, schon länger komplett sanierungsbedürftiges Gesundheitssystem. Da will keiner ran, das Fass ist zu groß…
    Ich vermute, Herr Gröhe und wer sich dessen sonst noch alles annehmen könnte werfen das aus sitzen bis zur nächsten Wahl. Und dann gehts von vorne los mit Flickschusterei und warmen Worten…

    • Danke für deinen Kommentar!
      Von Herrn Gröhe erwarte ich auch überhaupt nichts. Er ist von der CDU und demzufolge konservativ eingestellt. Freiberufliche Hebammen, die Frauen bei einer Hausgeburt begleiten wird auch nichts sein, was er wirklich retten will. Die Frauen sollen gefälligst ins Krankenhaus gehen wird eher sein Grundsatz sein.

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