Gespräche, die nicht mehr brennen.

Meine Frau und ich sind seit einiger Zeit irritiert. Irritiert davon, dass es mittlerweile so schwer ist Gespräche mit anderen zu führen. Gespräche, die Spaß machen, hängen bleiben, umtreiben, kurzum: Emotionen freisetzen bei einem selbst und beim Gegenüber. Es fühlt sich so an, als würden solche Gespräche seltener werden. Oft geht es mittlerweile nur noch um alltägliches oder gar belangloses.

Wir sind davon frustriert und fragen uns, was genau das ist. Ist es eine Phase im Erwachsenenleben, dass jeder nur auf sich bedacht ist und vom Alltag so eingenommen ist, dass anderes hinten runterfällt?

Eine Überlegung kam mir dazu aber auch noch. Vielleicht steckt hinter all dem etwas ganz anderes, nämlich „einfach“ die Diversität der Interessen. Was mich und uns umtreibt und bei uns Emotionen freisetzt das lockt bei den anderen nur ein müdes Lächeln hervor. Voller Elan und Begeisterung können wir z.B. über freie Schulen (so komplett freie Schulen, wie z.B. diese hier: Freie Schule Charlottenburg) reden, die Vorteile die wir darin sehen und warum für uns etwas anderes nicht in Frage kommt. Aber egal mit wie viel Begeisterung man davon berichtet, die Gegenüber lassen sich nicht anstecken und so endet dieser Gesprächssamen wieder im Nirvana. Und so geht es uns häufig. Sei es man spricht über eine genderfreie Erziehung, Umweltfragen, Politik, Wohnungsmarkt, Ernährung, Feminismus und so weiter. Es gibt zahllose Themen die uns umtreiben, Sorgen und Zukunftsängste die wir haben, die wir so gerne teilen würden, über die wir diskutieren wollen. Aber allein es fehlen die passenden Gesprächspartner_innen. Vermutlich liegt es daran, dass den Gesprächspartner_innen gänzlich andere Themen wichtig sind. Andere Themen für die sie brennen und über die sie diskutieren wollen. Allein: wie findet man zueinander? Was kann man tun um das Feuer auf beiden Seiten zu entfachen? Muss man noch mehr für die eigenen Themen werben? Leseempfehlungen geben?

Oder liegt der Grund ganz woanders? Vielleicht ist die Aufmerksamkeitsspanne gesunken, ist man nicht mehr wirklich bei Gesprächen beteiligt. Wie oft schweift man ab und ist mit den Gedanken woanders oder mit den Augen auf dem Smartphone?

Welche Erfahrungen sammelt ihr? Passiert euch das auch, dass manche/viele/alle Gespräche nur vor sich hinplätschern?

  1. Ich glaube, es liegt an der Brille, die man sich aneignet, wenn man sich auseinandersetzt, wo andere sich nur neben stellen (ist der Satz verständlich?)
    Über Twitter, Facebook, manchmal auch darüber hinaus, kann ich die Sehnsucht nach einem guten (aus- und erfüllenden) Gespräch gut ausgleichen. Manchmal- nicht immer- aber besser als nie 🙂

    Viele Grüße

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